Hamburgs Suchthilfe
schlägt Alarm

Auch niedrigeschwellige Hilfen wie Konsumräume sind von der geplanten Nichtanpassung von Zuwendungen betroffen. Foto: Archiv

„Rot-grün bricht den Koalitionsvertrag und zwingt die Hamburger Suchthilfe zum sofortigen Stellenabbau“, ist ein Hilferuf der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) übertitelt. Hintergrund ist eine Ankündigung der zuständigen Behörde, dass tarifvertraglich steigende Personalkosten für 2022 nicht übernommen werden und zugleich über  gebildete Rücklagen der Träger nicht verfügt werden könne.  Wenn sämtliche Träger im kommenden Jahr nur mit der gleichen Zuwendungssumme auskommen müssten wie in 2021, drohe nach internen Berechnungen und Abfragen der HLS unter den Trägern ein Abbau von mindestens 15 Vollzeitstellen in der Suchtkrankenhilfe in 2022. 

„Bruch des Koalitionsvertrags”

Dabei sei im rot-grünen Koalitionsvertrag explizit vereinbart worden, dass die Träger der Drogen- und Suchtkrankenhilfe in Hamburg tarifvertragliche Steigerungen der Personalkosten über Zuwendungen so erstattet bekommen, dass sie ihren Personalstand halten können. In dem Schreiben der Behörde vom 26.10.2021 heiße es nun aber, man könne nur eine konstante Zuwendung auf Basis des Jahres 2021 gewähren und die Träger würden gebeten ihre Personalkosten in gleicher Höhe fortzuschreiben. Viele Träger müssten nunmehr  „unverzüglich Stellen kürzen und auch Kündigungen aussprechen“, wenn sie das kommende Jahr kostendeckend planen wollen.

„Politische Bankrotterklärung”

Für die HLS eine „politische Bankrotterklärung der rot-grünen Regierung in Hamburg. Und zwar nicht nur gegenüber uns Trägern und unseren Angestellten, sondern insbesondere auch gegenüber den suchtkranken Menschen in unserer Stadt, die im Zuge der Corona-Krise vielerorts im öffentlichen Raum sichtbarer denn je sind und schnell niedrigschwellige sowie unkomplizierte Hilfe brauchen.“ Stattdessen  gebe es  Stellenkürzungen bei ohnehin schon „endlosen Wartelisten für Erstberatungen“, die einige Einrichtungen vor sich herschieben würden. „Von Sachmittelsteigerungen für steigende Mieten oder auch neue IT und Digitalisierungsprozesse können wir ohnehin seit Jahren leider nur träumen.“ Die vollständige Pressemitteilung lesen Sie hier. (rd)