Nur noch bis zum 24. Mai zeigt Daniel Hopp seine Einzelausstellung „Fictional Healing“ im Kunsthaus Hamburg. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen entwickelte er die mehrteilige Filminstallation Fictional Healing“. Darin hinterfragt der Künstler stigmatisierende Narrative über Abhängigkeit und entwirft Bilder von Fürsorge, die neue Handlungsspielräume öffnen. „Die immersive Installation verbindet Humor und Ernst und schafft dabei einen Resonanzraum, in dem kollektive Imagination Selbstermächtigung ermöglicht“, heißt es in der Ankündigung.
Im Dialog mit Personen, die von Abhängigkeit und teils Obdachlosigkeit betroffen sind, übersetzte Hopp ihre Imaginationen, Träume, Fantasien und Erinnerungen in Filmszenen – und inszenierte sie mit LaiendarstellerInnen und professionellen SchauspielerInnen neu. Die in Hamburg, Berlin und München entstandene Videoinstallation „Fictional Healing“ bildet einen Prozess ab, in dem sich Fiktion und Doku untrennbar vermischen. Ergänzend eröffnet eine Reihe von filmischen Porträts Einblicke in die Lebensrealitäten der ProtagonistInnen.
Um den Kreislauf der Beschaffung, in dem sich viele der Mitwirkenden befinden, für kurze Zeit zu unterbrechen, erkaufte sich Daniel Hopp ihre Zeit. Die Ausstellung macht soziale Brennpunkte deutlich – er drehte auch mit Suchtkranken am Hamburger Drob Inn – und gibt Betroffenen eine Stimme, indem er sie offen ihre Sehnsüchte offenbaren lässt. Achtung: Die Filme thematisieren Formen körperlicher und psychischer Gewalt, Suizidalität, Tod, Abhängigkeit und Dro-
genkonsum.
Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15, Informationen unter https://kunsthaushamburg.de
