Alle krank

Im Wartesaal sind alle gleich. Und alle krank. Foto: Gisela Köhler/ Das Rauhe Haus

„Alle krank“ – mit diesem Titel traf das Hamburger Klabauter Theater* , ungeplant, den Nerv des Jahres. Eigentlich starteten die Arbeiten zum neuen Stück der zum Rauhen Haus gehörenden bunten Theatertruppe schon im Vorjahr.  Krankheit sollte das Thema sein. Und dann kam Corona. Kurzerhand wurden neue Szenen ergänzt. Wurde Autobiografisches der zwölf Darsteller eingeflochten, die im Frühsommer mal mehr, mal weniger schwer an Isolation und anderen Aspekten der Pandemie gelitten hatten. 

Das Team tauschte sich über Skype und Telefon mit den externen Regisseur*innen, der Bühnenbildnerin und dem Ensemble aus. Das Thema Krankheit wurde für das Stück jetzt durch die Brille der aktuellen Erfahrungen gesehen. „Wo früher schon Kolleg*innen mit dem Schnupfen argwöhnisch beobachtet wurde, hat es jetzt eine ungekannte Dramatik, wenn jemand niest. Auch die Bedeutung von Nähe und Distanz erreicht ganz neue Dimensionen“, heißt es in der Ankündigung. Insgesamt entstanden „12 Miniaturen“ zu ganz verschiedenen Aspekten des Themas Kranksein.

An diesem Wochenende finden die ersten Vorstellungen statt. Wegen Corona und der Begrenzungen auf 20 Plätze sind sie alle ausverkauft. Weitere Aufführungen folgen im November. Ein ausführlicherer Bericht folgt in der EPPENDORFER-Printausgabe 6/20, die am 9. November erscheint. (A. Hinrichs)

Einen ersten Einblick in das Theater und das aktuelle Stück gibt es hier

* Das Klabauter Theater entstand unter dem Dach der Stiftung Das Rauhe Haus als Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Seit 1998 entstehen regelmäßig neue Stücke. 2006 konnte in einem leerstehenden Gemeindezentrum in Borgfelde ein eigener Theatersaal eingerichtet werden.