Corona-Ausbruch in Pflegeheim –
Impfpflicht für Bewohner?

Der Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen fordert eine Corona-Impfpflicht für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. Der Vorsitzende Alexander Schraml sprach sich in einem Interview mit dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ für eine bundesweit einheitliche Rechtsgrundlage aus, wonach „Bewohnerinnen und Bewohner nur bei Impfschutz aufgenommen und Besuchende nur bei Impfschutz zugelassen werden dürfen“. Ausnahmen sollte es nur für Menschen geben, bei denen es medizinische Bedenken für eine Impfung gibt. Bei wiederholtem Verstoß gegen coronabedingte Regelungen müsse auch „ein Hausverbot für Besucherinnen und Besucher zulässig sein“, sagte der Verbandsvorsitzende. In dem Verband haben sich nach eigenen Angaben 57 kommunale Einrichtungsträger mit rund 300 Pflegeeinrichtungen zusammengeschlossen.

Wie wirkt sich ein aktueller Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim aus? Das berichtete das Hamburger Abendblatt mit Bezug auf ein Pflegeheim in Norderstedt. Von den 76 Bewohnern seien aktuell 60 infiziert. Drei von ihnen seien nicht geimpft, der Rest habe teilweise bereits die dritte Impfung erhalten. Die meisten Infizierten hätten keine oder nur leichte Symptome. Ein 95 Jahre alter Infizierter soll inzwischen verstorben sein, ein weiterer Mann wurde in eine Klinik gebracht, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Mittwoch.

Vor einem Jahr wäre in so einer Situation ein Drittel bis die Hälfte der infizierten Heimbewohner vermutlich gestorben, zitierte das Abendblatt den Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher. Laut den Lübecker Nachrichten online wird spekuliert, ob eine ungeimpfte Mitarbeiterin für die Infektionen verantwortlich ist. Demnach infizierten sich auch 18 Angestellte, sieben davon seien nicht geimpft gewesen.