Tödliche Schüsse in Bergedorf

Drama in Hamburg Bergedorf: In der dortigen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bethesda Krankenhaus ist am Mittwoch ein Patient an den Folgen von Schüssen gestorben, die Polizisten auf ihn abgegeben hatten, nachdem er Ärzte bedroht und Beamte mit einem Messer angegriffen hatte. Der 45 Jahre alte Angreifer wurde mehrfach getroffen und so schwer verletzt, dass er nach einer Notoperation am Abend starb. Ein Polizeibeamter erlitt einen Messerstich, wurde aber dank seiner Schutzausrüstung nur leicht verletzt.
Borak G. galt offenbar bereits als psychisch auffällig und stellte sich Presseberichten zufolge am Morgen selbst in der Klinik vor. Eine Ärzten habe nach Untersuchung eine richterlich bestätigte Zwangsunterbringung für ihn veranlasst. Als ihm das eröffnet wurde, habe er zwei versteckt getragene Messer gezogen und Klinikpersonal bedroht, so das Hamburger Abendblatt. Schließlich wurde die Polizei alarmiert, die mit mehreren Wagen, beschuss­sicheren Schutzschilden und sogar einer Maschinenpistole angerückt sei. Eingesetzter Pfefferspray habe kaum Wirkung gezeigt. Nach dem Messerangriff des Patienten auf einen Polizisten fiel offenbar der erste Schuss. Die Dienststelle Interne Ermittlungen (DIE) prüft nun standardmäßig die Rechtmäßigkeit des Schusswaffeneinsatzes. Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), forderte im Abendblatt eine flächendeckende Ausrüstung der Polizei mit Tasern, einer Elektroschockwaffe, die den Getroffenen lähmen.

Der EPPENDORFER hat erst vor kurzem ein Interview mit dem Chefarzt der psychiatrischen Abteilung in Bergedorf, Dr. Claas Happach, zum Thema Gewalt und Psychiatrie geführt: https://eppendorfer.de/gewalt-gehoert-dazu/