Im Zentralkrankenhaus der Hamburger Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis hat eine psychiatrische Kurzzeitstation mit 14 Behandlungsplätzen eröffnet. Sie soll psychisch erkrankte Gefangene, die wegen Schuldfähigkeit ins Gefängnis kommen und nicht in den Maßregelvollzug, Behandlung und Stabilisierung bieten und eine Versorgungslücke zwischen ambulanter Behandlung und stationärer Aufnahme schließen.
Die Zahl psychisch erkrankter Gefangener in Hamburg sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, hieß es bei einer Presseführung durch die frisch renovierten Räumlichkeiten. Die Station im Zentralkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt steht allen sechs Hamburger Justizvollzugsanstalten zur Verfügung. Die Behandlungsdauer kann bis zu zwölf Wochen betragen, hieß es.
Justizsenatorin Anna Gallina bezeichnet die neue Station als wichtigen Baustein der psychiatrischen Versorgung im Justizvollzug. Bereits die ambulante psychiatrische Versorgung sei deutlich ausgebaut worden: Seit 2013 habe sich die Zahl der Behandlungsstunden nahezu verdreifacht.
Die psychiatrische Versorgung übernimmt das UKE
Die psychiatrische Versorgung übernimmt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Zum interdisziplinären Team gehören unter anderem Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie, Fachpersonal für Psychotherapie, Ergo-, Sport- und Musiktherapie sowie Pflegefachpersonen.
Die Station verfügt über einen modernen Wohngruppenbereich mit Gemeinschaftsräumen und Küche sowie helle Patientenzimmer. Für Bewegungs-, Gesprächs-, Ergo- und Musiktherapie stehen rund 160 Quadratmeter zur Verfügung.
Für den Betrieb der psychiatrischen Kurzzeitstation stehen in den kommenden zweieinhalb Jahren rund 7,6 Millionen Euro bereit. Parallel zur klinischen Arbeit wird die Versorgung wissenschaftlich begleitet und evaluiert, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen.
(Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in der kommenden Printausgabe EPPENDORFER 6, die Anfang November erscheint)
