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Yayoi Kusamas Infinity Mirrored Room (hier ein Ausstellungsfoto aus 2021): Hunderte leuchtende Kugeln und unendliche Spiegelungen lassen den Raum zu einem schier grenzenlosen Universum aus Licht und Farbe werden. Foto: HInrichs

Sie war eine der berühmtesten „Psychiatrie-Erfahrenen“ dieser Welt – am 14. August ist Yayoi Kusama im Alter von 97 Jahren mit mehrfachem Organversagen gestorben, wie erst Ende August bekannt wurde. Die Japanerin gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie litt seit ihrer Kindheit an Depressionen und Halluzinationen und lebte die vergangenen Jahrzehnte freiwillig in einer psychiatrischen Klinik. International punktete sie u.a. mit ihren bunten „Polka Dots“. Sie lebt weiter in ihren Werken. Die jüngste Retrospektive wanderte just von Köln nach Amsterdam, wo sie vom 11. September bis zum 17. Januar 2027 im Stedelijk Museum Amsterdam zu sehen ist.

In den Fünfzigern entflieht sie der Enge des konservativen Japans nach New York. Dort verwandelt Yayoi Kusama ihre psychischen Probleme in aufsehenerregende Kunst und setzt sich in der damaligen Avantgarde zwischen Größen wie Andy Warhol und Frank Stella durch. Sie bricht auf in ein von Grenzüberschreitung, Auflösung des Selbst und dem Aufgehen in der Unendlichkeit geprägtes Lebenswerk.

Bis sie 1973 nach einer Zeit skandalträchtiger Polit-Aktionen an ihre eigenen Grenzen stößt und psychisch destabilisiert nach Japan zurückkehrt. Dort verfällt sie in schwere Depression, kann nicht mehr malen, braucht psychiatrische Hilfe. Und fasst schließlich den Entschluss, freiwillig ganz in der Klinik zu bleiben. Mehr als 40 Jahren lebte und arbeitete sie in einer Nervenheilanstalt in Tokio.

Mit derart großem Erfolg dass sie das US-amerikanische Magazin „Time“ 2016 zu einer der 100 einflussreichsten Personen der Welt erklärte. Im Tokioter Stadtteil Shinjuku wurde ihr ein eigenes Kusama-Museum gebaut. Ihre Bilder sind für Millionen Euro verkauft worden. Auch ihre Ausstellungen sorgten für Rekorde: Im Museum Ludwig, das bis Anfang August Kusamas Werke ausstellte, wurden soviele Besucherinnen gezählt wie seit 20 Jahren nicht: 450.000 Besucherinnen strömten nach Köln.

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