Mut – Tour, unter diesem Label wird zum Zwecke der Aufklärung über psychische Erkrankungen nicht nur alljährlich durch Deutschland geradelt, sondern inzwischen auch gewandert. Vom 30. Juni bis 7. Juli zieht die MUT-Wanderung 120 Kilometer von Offenbach über Bad Nauheim bis Gießen. Sechs bis acht Menschen mit eigener Depressions- oder anderer Erkrankungserfahrung, mit Lastenrädern für das Gepäck, übernachtend in Zelten oder bei Kirchengemeinden machen erlebbar, was wissenschaftlich gut belegt ist: Gemeinschaft und das gemeinsame Verlassen der Komfortzone wirken. Soziale Einbindung und körperliche Aktivität gehören zu wichtigen Schutzfaktoren bei psychischen Erkrankungen. „Mitwandern ausdrücklich erwünscht“, so die Veranstalter.
Fast 18 Millionen Erwachsene in Deutschland sind jährlich von einer psychischen Erkrankung betroffen. Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende radeln und wandern seit 2012 gemeinsam durch Deutschland und sprechen unterwegs offen über ihre Erfahrungen. „Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch und seine persönliche Geschichte”, so das Mut-Tour-Team. 2026 legen 13 Etappenteams – 12 Tandemteams und ein Wanderteam – vom 30. Mai bis 12. September rund 4.100 Kilometer von Kassel nach Bremen zurück. Begleitet von mehr als 50 öffentlichen Aktionstagen entlang der Strecke. Motto: „Gemeinsam irre mutig.”
Wie bekömmlich das sein kann, zeigen zwei TeilnehmerInnenstimmen:
„Ich finde das ‚Walk and Talk’-Format besonders wertvoll, weil Bewegung und Gespräche für mich eine heilsame Kombination sind.”
– Oli Wildenstein, Bad Schönborn, Teilnehmer MUT-Wanderung
„Ich habe gelernt, dass es keine Garantie für physische und psychische Gesundheit gibt – und dass es mir wichtig ist, jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist.”
– Laura Lorenz, Weimar, Teilnehmerin MUT-Wanderung
(rd/PM)

Bewegung und Gespräche sind eine heilsame Kombination. Foto: Mark Allmann