Mit Yoga gegen
Essstörungen

Yoga in Grundschulen sollen Kinder resistenter machen und u.a. vor Essstörungen schützen. Foto: Klas Neidhardt

Kann Yoga Kindern, die in schwierigen Verhältnissen leben, helfen, keine Essstörungen zu entwickeln? Ja, glauben die Initiatoren von PrÄViG – ein „Verhältnis und Verhaltensangebot“, das Grundschulkinder resilienter, also widerstandsfähiger gegenüber äußeren Belastungen machen soll. Genaueres erfahren Interessierte bei dem Hamburger Fachtag „Prävention im Grundschulalter“ am 3. Juni (9 bis 14 Uhr in der GLS-Bank in der Düsternstraße 10).

Initiator der Veranstaltung ist der Verein Yoga für alle, der 2014 in Hamburg gegründet wurde und sich „soziale Arbeit durch Yoga für Menschen, die in sozialen Einrichtungen leben, betreut oder beraten werden“ auf die Fahnen geschrieben hat. „Seit der Gründung haben wir 5.100 Einheiten soziales Yoga ermöglicht“, berichtet Vereinsvorstand Cornelia Brammen. „Yoga für alle“ schob auch PrÄViG an, das zusammen mit Wissenschaftlerinnen vom Institut für Psychosoziale Medizin des UKE sowie mit Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen und Yogalehrerinnen entwickelt worden ist. Seit November 2021 laufe ein Pilot mit 36 Kindern in einer Brennpunktschule in Hamburg-Rothenburgsort „mit großem Erfolg“.

Erstes körperbasiertes Präventionsprogramm für Grundschulkinder

Essstörungen hätten durch Corona bei Kindern und Jugendlichen massiv zugenommen, wie Zahlen aus der Versorgungsforschung zeigten, heißt es in der Projektbeschreibung weiter. Ein körperbasiertes Programm zur Prävention von Essstörungen im Grundschulalter gebe es bisher nicht. Das Besondere ist dabei, dass PrÄViG vor Einsetzen der Pubertät die Selbstwahrnehmungs- und Selbstregulations-Fähigkeiten der Kinder aktiviert.

Das Programm steht auf drei Säulen: zertifiziertes Kinderyoga, Bindungstheorie und Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen den Angaben der Anbieter zufolge „körperbasiert positive Erfahrungen mit ihren Gefühlen, Bedürfnissen und erlernen eine Methode zur Selbstregulierung.“ Kinder in Brennpunkten entwickelten signifikant öfter ein negatives Körperbild, und Kinder mit einem negativen Körperbild hätten ein deutlich höheres Risiko, an Essstörungen, Depressionen oder Sucht zu erkranken als Kinder mit einem positiven Körperbild.

Yoga-Kids könne besser zuhören und äußern sich wertschätzender

Eine erste Evaluation habe ergeben: Die Yoga-geschulten Kids könnten Stille aushalten, sich zurücknehmen, zuhören, über 3-5 Minuten in eine Übung hineingehen, sie nähmen mit Freude an PrÄViG teil und seien „bei sich statt im Außen“, sie zeigten ein ruhiges Atemmuster in der Entspannung und sprächen wertschätzend über sich und andere.

In den 30-minütigen Einheiten würden ausschließlich „zertifizierte Kinderyogalehrer*innen mit mehrjähriger Berufserfahrung sowie Zusatzqualifikationen in Bindungstheorie und Gewaltfreier Kommunikation unterrichten. Bis Ende 2022 soll es in Hamburg 12 PrÄViG-Kurse für nachhaltig für 100 Kinder geben, die mindestens über ein Schuljahr wöchentlich teilnehmen. (rd)

Mehr unter: www.yogahilft.com, siehe auch den Videobeitrag:

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